Ruhrnachrichten über den NSU-Mord in Dortmund und SS-Siggis Kontakte zum VS

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In den „Ruhrnachrichten“ erschien ein langer Beitrag über die Neonazi-Szene in Dortmund, den Mord an Mehmet Kubasik 2006, Neonazi-Netzwerke und den Verfassungsschutz. Absoluter Lesetipp, der einige neue Informationen enthält:

Demonstrationen dienen der Szene im „Kampf um die Straße“, gleichzeitig binden sie extrem viel Polizeipersonal. Es gab aber offenbar erstaunliche Absprachen: Laut einem geheimen Vermerk des Verfassungsschutzes berichtet ein Zuträger im Januar 2005 von einem Treffen der Dortmunder Kameradschaft in einer Hörder Kneipe. Knapp 25 Personen seien dabeigewesen.

Hauptaussage von Siegfried Borchardt sei sinngemäß gewesen, er habe mit Polizei und Verfassungsschutz ein Arrangement vereinbart. Es gebe keine unnötigen Demonstrationen mehr. Er werde sich aber auch nichts vorschreiben lassen.

Der Informant des Verfassungsschutzes wusste weiter zu berichten, dass die anderen im Raum unisono der Meinung gewesen seien, dass der „Siggi“ das schon machen würde. Ihm wurde vertraut. Interessant wäre eine Antwort auf die Frage gewesen, was Borchardt für sein Zugeständnis als Gegenleistung bekommen hat.

Borchardt wurde offiziell nie als Quelle geführt, heißt es. Aber der Vermerk belegt, dass es Gespräche gab. Und sie lassen eine Aussage eines ranghohen Verfassungsschützers, er ist schon lange dabei, in einem anderen Licht erscheinen. Der Mann, so zitieren ihn mehrere Menschen, erwähnte am Rande des NRW-Untersuchungsausschusses vertraulich, dass Borchardt, obwohl keine offizielle Quelle des VS, für ein paar Flaschen Schnaps durchaus für Gespräche gut gewesen sei.
Wie viele V-Leute in der rechtsradikalen Szene von Dortmund herumliefen und -laufen, ist unklar. Der Abschlussbericht des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses liefert dazu keine Zahl. Klar ist aber, dass es einige gab und dass die vom Verfassungsschutz geschützt wurden.Sebastian Seemann etwa. Der, mittendrin in der C18-Szene und vielfach vorbestraft, arbeitete für den Verfassungsschutz. Zeitgleich dealte er mit Drogen, weswegen ihn Bielefelder Drogenfahnder ins Visier nahmen. Das wiederum bekam Seemanns V-Mann-Führer vom Verfassungsschutz mit, der den rechtsradikalen Drogendealer vor der Bielefelder Polizei und deren Ermittlungen warnte. Konsequenzen hatte das für den V-Mann-Führer keine.

Den kompletten Artikel bei den Ruhrnachrichten lesen…

 

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